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Grafik: GEP

Wir brauchen uns. Vielleicht sagst du jetzt: Bei mir ist das anders. Ich komme ganz gut allein zurecht. Lasst uns einmal ein Gedankenspiel machen: Was wäre geschehen, wenn wir als Kinder niemanden gehabt hätten, der uns füttert, umsorgt, liebevoll in den Arm nimmt – also auf uns achthat? Was wäre, wenn wir heute ganz alleine dastünden und niemanden hätten der uns tröstet, wenn wir traurig sind?

Als Menschen brauchen wir die Unterstützung anderer. Es ist offensichtlich, dass ein Kind nicht auskommen, ja vermutlich nicht einmal überleben kann, ohne die Fürsorge anderer, ohne Personen, die es behüten und auf es achtgeben. Als Erwachsene glauben wir oft, dass wir alleine klarkommen und alt genug sind, um selbst für uns zu sorgen.

Doch wenn wir einmal genauer darüber nachdenken, erkennen wir, dass das ein Trugschluss ist. Unser ganzes Leben lang brauchen wir uns gegenseitig. Erst durch soziales Miteinander wird unser Leben richtig lebenswert. Dabei macht es keinen Unterschied, ob wir andere zum Überleben brauchen wie im Kindesalter, im Krankheitsfall oder auch im Alter, wenn wir alltägliche Aufgaben nicht mehr alleine bewältigen können. Letztendlich brauchen wir einander nicht nur zum Überleben, sondern vor allem zum Leben.

Das scheint auch der Briefschreiber so zu verstehen. Er geht sogar noch einen Schritt weiter. Er sagt, es ist wichtig, dass wir aufeinander achten. Diese „Hebräer“, an die er schreibt, gehören zu einer christlichen Gemeinde. Diese Christen ermuntert er: „Lasst uns aufeinander achthaben.“ Aber haben wir das denn nicht sowieso schon zu viel? Passen wir nicht immer wieder darauf auf, wie andere sich verhalten? Will ich das überhaupt, dass jemand auf mich achtet? Ich habe es gerne, wenn andere mich beachten, aber das andere auf mich, einen erwachsenen Menschen achtgeben, ist mir gar nicht so recht. Ich kann ganz gut auf mich alleine achten.

Aber der Briefschreiber verbindet dieses „aufeinander achten“ mit konkreten Zielen. Es soll dazu führen, dass wir uns gegenseitig motivieren, liebevoll miteinander umzugehen und Gutes zu tun. Wie aber lässt sich dieses „aufeinander Achthaben“ umsetzen? Und wie können daraus Liebe und gute Taten entspringen?

Heutzutage hat es manchmal den Anschein, dass jeder in seiner eigenen kleinen Welt lebt. Wir beschäftigen uns vorrangig mit unseren eigenen Problemen und nehmen die Sorgen anderer vielleicht nicht einmal wahr. Wie gelingt es uns, andere und ihre Probleme in den Blick zu nehmen?

Manchmal bedarf es gar keiner großen Anstrengungen; oft reicht schon ein freundliches und aufrichtiges „Wie geht es dir?“. Der erste Schritt ist, aufrichtiges Interesse an anderen Menschen zu zeigen auf sie zuzugehen. Wir könnten uns doch mal wieder bei unserem alten Freund, mit dem wir lange nicht mehr gesprochen haben, melden oder unseren Kollegen fragen, wie sein Wochenende war. Wir können unsere Unterstützung anbieten, wenn jemand Hilfe braucht und eine Schulter zum Anlehnen, wenn jemand Trost benötigt. Kleine Gesten wie diese werden nicht nur dankbar angenommen, sondern mit Sicherheit auch uns etwas zurückgeben. So heißt es auch im Lukas-Evangelium „Gebt, so wird euch gegeben“ (Lukas 6,38). Wenn wir auf andere achthaben, wird diese Fürsorge, diese Liebe also auch auf uns zurückstrahlen. So können wir einander zur Liebe anspornen und diese Liebe wiederum kann Gutes bewirken. Unser Glaube passiert eben nicht nur im Kopf, sondern muss sich ebenso in unserem Tun widerspiegeln.

Matthias Ekelmann

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