Ein scheinbar ins Unendliche gehende Brücke am Meer


Gott geht mit und schafft neue Wege und (Lebens-)Möglichkeiten

(Josua 3,5-11.17 – bitte vorher lesen)

Ab in den Urlaub – mit diesem Motto wirbt ein Anbieter von Pauschalreisen für Strand- oder Städteurlaube oder für Urlaube in den Bergen. Viele Menschen nutzen diese Angebote der Reiseveranstalter, weil sie einen Ausgleich zu dem oft schwierigen und beschwerlichen Arbeitsalltag brauchen: endlich für ein paar Wochen mal keinen Stress, keinen Terminkalender auf dem Tisch, dazu noch eine schöne Landschaft, frische Luft und etwas Neues zu entdecken. Ja, Urlaub ist schön und wir freuen uns jedes Jahr neu auf die kleinen Oasen im Jahr, die wir uns gönnen.

An der Grenze zu dem fremden Land beginnt dann das Abenteuer, zuerst kommen natürlich die Grenzformalitäten: Polizisten und Grenzbeamte kontrollieren, wer in das Land einreisen darf und wer nicht. »Bitte öffnen sie Ihren Koffer!« Und dann, je nachdem welches Land wir besuchen, wundern wir uns: über die Schönheit der Natur, über das so ganz andere Essen, über die Sprache, die wir nicht verstehen oder über die unerträgliche Hitze. Und irgendwann kehren wir wieder zurück und freuen uns über einen schönen Urlaub, der hinter uns liegt.

Ganz anders – nämlich ohne die Möglichkeit zurückzukehren – war es damals, als Josua und das Volk Israel den Jordan überquerten. Gott hatte ihnen ein Land gezeigt, in dem sie leben sollten, Moses hatte sie viele Jahrzehnte durch Wüstengelände geführt und Josua hatte nach dem Tod Mose diese Aufgabe übernommen. Und nun endlich sind sie da – vor ihnen der Fluss Jordan. Man nimmt an, dass der Jordan damals bis zu 65 Meter breit gewesen ist, ein stolzer Fluss, den es zu überqueren gilt. Das ist gefährlich, insbesondere für die, die nicht schwimmen konnten: die kleinen Kinder, die Alten. Und zu Fuß war es auch nicht möglich: das Wasser ist zu hoch, die Strömung reißend.

Josua ist mit dem Volk Israel unterwegs in das von Gott verheißene Land. Es war eine anstrengende Zeit, manch eine und manch einer hat schon längst aufgegeben, andere haben ihr Vertrauen in Gott verloren, der Hunger, die Hitze, Krankheiten und Depressionen lassen die Menschen verzweifeln. Die Priester behaupten zwar, Gott ist da und als sichtbares Zeichen seiner Anwesenheit tragen sie die sogenannte Bundeslade mit sich, aber schon lange spüren die Menschen Gottes Anwesenheit nicht mehr.

Was tun? – das ist die große Frage – zurück geht nicht, vorwärts auch nicht. Stillstand. Resignation. Frust. Vor den Israeliten der reißende Fluss, zurück der Weg in die Sklaverei, der sie entkommen waren. Ich stelle mir vor, wie die von der langen Reise erschöpften Menschen am Rande des Flusses stehen. Traurige Gesichter, einige weinen, andere schauen mutlos, wieder einige wandern vielleicht ein paar Kilometer flussaufwärts, andere ein paar Kilometer flussabwärts und kommen dann enttäuscht zurück: keine Furt, keine Brücke! Wir kommen nicht hinüber auf die andere Seite. Vielleicht schaffen es ein paar junge kräftige Frauen und Männer, aber die meisten müssen wohl aufgeben.

Doch auf einmal geht es weiter: Josua befiehlt den Priestern, mit der Bundeslade in den Fluss zu steigen. In der Bundeslade, so glaubt man, wurden die Steintafeln der 10 Gebote aufbewahrt sowie andere »Souvenirs« der Wüstenwanderung: der Stab Mose, der damit Wasser aus einem Felsen geschlagen hatte, ein Stück von dem Manna, das die Menschen vor dem Verhungern und Verdursten gerettet hat.

Die Bundeslade, so wussten die Menschen damals, auch wenn sie nur ein goldener Kasten war, dieser Kasten ist eine Erinnerung daran, dass Gott auf unserer Seite ist, bei uns ist, mit uns geht. Solche Zeichen der Erinnerung sind manchmal nötig: Besonders wenn wir ängstlich nach vorne schauen oder wenn uns etwas plagt und wir auf der Stelle treten. Dann braucht es das Abendmahl, das mich vergewissert, Gott ist da und er kann meine Sorge wegnehmen. Jesus Christus ist mitten unter uns im Abendmahl und er kann heilen und trösten. Oder es braucht einen Menschen, der meine Hand hält und mir sagt: Geh diesen Weg mit mir, ich gehe voran, vertraue mir und gemeinsam entdecken wir, was auf der anderen Seite ist. Dann wird aus der Dunkelheit ein Licht, weil Gott in Erscheinung tritt, besonders dann, wenn sich ein reißender Fluss zwischen uns und die anderen stellt, dass Gott dann die Brücke ist, die uns an das sichere Ufer der Geborgenheit geleitet. 

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